Über ein Jahr ist seit meinem letzten Eintrag vergangen…

Es ist so viel passiert – im Moment habe ich den Eindruck, daß alles, was war, gar nicht in ein einzelnes Jahr passen kann.

Fassungslosigkeit, Hilflosigkeit, Krankheit, Trauer, Wut, Hass, Schuldgefühle, Erkenntnis, Hoffnungslosigkeit, Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Hilfe, Trost, Vergebungsbereitschaf, Bitte um Vergebung, langsame Heilung ……

  • alles in ein einzelnes Jahr gepackt
  • alles mit voller Wucht und in ganzer Bandbreite

Da bleibt nicht viel Raum für andere Menschen und du merkst wie einige sich enttäuscht zurückziehen, weil du Ihren Erwartungen nicht gerecht wirst, aber auch nicht gerecht werden kannst.

Du bist ebenfalls enttäuscht – merkt denn keiner wie schlecht es dir geht (du willst mit deinen Problemen ja nicht hausieren gehen und nur dein engster Kreis weiss von deinen Schwierigkeiten)                                                                                                                     Du hast ein schlechtes Gewissen weil du keine Kraft hast, dich um irgend jemanden oder irgend etwas zu kümmern. Es tut dir leid, du bist über dich selber enttäuscht, weil du nichts mehr auf die Reihe bekommst.                                                                         Dein Alltag, deine Arbeit fordern deine ganze Konzentration und das kostet dich alle Kraft die du aufwenden kannst.

Kennst Du solch eine Situation – solch eine Zeit ?

kraft

UND dann kommt die Zusage von Gott, Jesaja 43, 18-19: Gedenkt nicht an das Alte und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues machen; jetzt soll es aufwachsen, und ihr werdet’s erfahren, daß ich Weg in der Wüste mache und Wasserströme in der Einöde.

 

Das heißt für mich:

1. Ich lasse mich nicht von der Vergangenheit fesseln 

Was gewesen ist, ist gewesen. Vieles davon war gut, manches sogar sehr gut. Auch das Notvolle gehört zu meiner Geschichte. Der Bibelvers ermuntert mich, das hinter mir zu lassen, was vergangen ist. Ich kann es nicht mehr ändern. Es ist besser, wenn ich es ruhen lasse und –wenn möglich – ein Ja dazu finde.

2. Gottes Worte an mich sind gut  

Trotz und gerade wegen meiner Vergangenheit richtet Gott gute Worte an mich. Er spricht davon, dass er etwas Neues entstehen lassen will. Dieses Neue ist etwas ganz und gar Gutes. Warum? Weil Gott es gut mit mir meint. In Jesus Christus sagt er ohne Wenn und Aber ja zu mir.

3. Gottes Wort hilft mir, neue Chancen zu entdecken 

Weil ich mich nicht von der Vergangenheit vereinnahmen lassen muss, kann ich mit achtsamem Blick das entdecken, was Gott vor meinen Füßen an Neuem entstehen lässt.

Schau nach vorne – nicht zurück – nur so einfach ist das nicht !

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Nordlicht

 

Dunkelheit, Kälte, oft auch Einsamkeit – das sind genau die Bedingungen, bei denen das Nordlicht am Himmel besonders klar und lebendig ist. Es leuchtet und tanzt sogar.

Es sagt mir: Dunkelheit und Kälte, Einsamkeit und Verlorenheit in der Weite des Lebens gehören dazu – und über allem steht Gott mit seinem Licht, seiner Gegenwart und seiner Freude.

Meine 100 Elefanten

… nein, ich hab keinen Zoo  – das ist der Titel von einem Buch, das ich gerade lese. Meist lese ich ein Buch ja in Etappen … ich bin ein „Mehrbuchleser“ … Da liegen immer zwei oder drei herum und warten darauf, weitergelesen zu werden,  „meine 100 Elefanten“ liegen im Moment ständig auf meinem Schreibtisch 😀

Bei den „100 Elefanten“ geht es ums Gebet – beim durchblättern der ersten Seiten war ich amüsiert und dachte: „Oh neeee, für was die Menschen alles beten…“ Auf den nächsten Seiten merkte ich, dass ich auch immer wieder solche Elefanten beherberge und mein erster Gedanke ist dann immer: „für sowas brauchst du gar nicht beten, das ist zu viel verlangt, das ist ja verrückt, oder das geht eh nicht…“ Jetzt seh ich täglich das Buch und wenn wieder so ein Elefant behäbig, oder drohend auf mich zu kommt, dann pflege ich das Vieh nicht mehr, sondern sag: „Oh Herr, ich hab da wieder so einen Elefanten stehen, der mir viel Mühe macht, bitte kümmer du dich um ihn, mir ist der zu groß…“

Was soll ich sagen…. wenn ich alles, was mir groß und unüberwindbar vorkommt nicht mehr: Sorgen, Nöte, Ängste usw. nenne, sondern „wieder so ein Elefant“, tu ich mir irgendwie leichter und kann manches auch bissl humorvoller nehmen.

Hey du lieber Besucher, wenn du das gerade liest, ich möchte dich ermutigen… Bring deine Elefanten zu Gott, zu deinem Vater im Himmel, egal wie du sagst. Stell das riesige Tier dort ab, ER kümmert sich drum, du musst es nicht mehr pflegen, darfst den Elefanten loslassen….

 

Ich wünsch dir einen schönen Tag … ohne Elefanten ! 😀

 

 

 

 

Manchmal kommt ein Besuch zu spät…

Sie war eine nette alte Dame, voller Leben und Energie, hart im Nehmen, witzig, ehrlich und echt… sagte was sie dachte und war eigen, aber immer hilfsbereit.

Immer wieder hat sie mich während meiner Zeit im Quelle-Shop zum Essen eingeladen. Seit ich nicht mehr dort bin, hab ich sie wenigstens einmal im Jahr besucht.

Beim letzten Besuch war ihr Name nicht mehr an der Tür – was ist passiert …

Verstorben sagen Bekannte… ich bin zu spät !

Mit einem dumpfen Gefühl in Brust und Magen mach ich mich auf den Weg zum Friedhof – Liebe Frau K…. bekommst du dein Blümle halt aufs Grab gelegt.

Ein Urnengrarb … ich schreite die neueren Gräber ab, und was ich finde macht mich sprachlos. Ein leeres Grab, mitten zwischen gepflegten Gräbern, ein Holzkreuz etwas schräg in purem Lehm, bissl eingesackt, nicht aufgefüllt, von irgendjemand abgeräumt…. Ihr Name steht da, wenigstens etwas bleibt, und wenn es nur der Name ist. Immer wieder lese ich ihn…

Verwahrlostes Grab – ein Kloß in der Kehle

Verwahrlostes Grab – bedrückt meine Seele

verwahrlostes Grab – nur Unkraut sprießt

verwahrlostes Grab – das nur der Regen gießt.

sie hat es verdient, das Andenken zu ehren,

ihr eine gepflegte Heimstatt nicht zu verwehren.

Da kommt mir ein Wort in den Sinn: Patenschaft –

Patenschaft bedeutet doch „Fürsorgepflicht“. 

Das ist es…  ich will Pate für ihr Grab sein !

Nach Wochen voller Ereignissen und Trubel…

… war es wieder mal Zeit für ein „Ich mit mir allein“.

Bei uns ist immer etwas los – ich mag das, es gibt nichts schlimmeres wie Trott und Eintönigkeit, aber dann muß auch wieder Ruhe sein, ich muß mich zurückziehen können und nachdenken, reflektieren und abwägen.

Viele Gedanken beschäftigen mich, es gibt/gab  Situationen und Einstellungen, die ich für mich so nicht mehr hinnehmen mag. Es gibt aber auch immer wieder Situationen, in denen ich anders reagieren sollte, wo meine laute, impulsive Art hochkommt… dann mag ich mich so wie ich bin nicht und ich wünschte mir, ich wäre so ein sanftes, stilles, liebevolles zurückhaltendes und verständnisvolles Wesen. Ich kenne solche Menschen –  es ist angenehm in ihrer Gegenwart.

Bei mir kommt man nicht immer zur Ruhe, da ist es nicht immer still. Aber wie bin ich denn… ? Da höre ich im Innern so Worte wie: impulsiv, der Schnabel öfters schneller als das Hirn, verplant, aktiv, kreativ, immer auf Trab, du brauchst ständig Herausforderungen, lebensfroh, voller Tatendrang, schon wieder ein Fettnäpfchen oder gleich ein großer Napf….

Ein lieber Mensch, den ich sehr schätze und den ich als Vorbild fürs Alter vor Augen habe, sagte einmal zu mir: „Du und Dei Schwester ihr seid so unterschiedlich, Du bisch so  lebensfroh ond leichtlebig ond dei Schwester isch so tiefgründig und bedacht….“

Bei mir löst dieser Vergleich folgendes aus:

  • Du leichtsinnig, oberflächlich – Sie tiefgründig, bedacht, vorsichtig… (Ich höre gerade in mich hinein, bin ich neidisch? NEIN, aber ich mach mir Gedanken, wenn ich nach Aussen oberflächlich wirke, das mag ich nicht, das gefällt mir nicht, das bin ich nicht… )

Wie hat mich das getroffen damals, es hat weh getan, ich habs vergeben und wills vergessen, aber immer dann, wenn ich mit meiner Art gerade wieder mal im Streit liege, dann kommt dieser Satz und krallt sich in meinen Gedanken fest und ich frage mich: Was ist leichtlebig und was ist tiefgründig?

  • Bin ich leichtlebig, weil ich manches nicht so schwer nehme ? (was nicht ganz stimmt, vielleicht wirkt es nach Aussen so, weil ich anders damit umgehe)
  • Bin ich leichtlebig, weil ich lebensfroh bin ? (ja, ich bin des Leben froh, weil ich auch schwere depressive Zeiten kenne und dankbar bin, dass ich mich wieder freuen kann)
  • Ich bin nicht immer bedacht, das stimmt…. (aber ich wäre es so gern … grins)

An solchen Tagen, habe ich Sehnsucht nach Weite, Ferne, Leichtigkeit und ich freue mich an den ersten Pusteblumen, die mir dieses Gefühl vermitteln. Dann muß ich raus zu meinem  Baumstumpf am Waldrand. Ich sitze überlege und bete… und da ist eine Pusteblume, noch ganz klein, ich zupf sie ab, ein kleiner Hauch und die Schirmchen fliegen in den Himmel, ich schau ihnen nach… das Lächeln beginnt in meinen Augen und breitet sich aus über mein Gesicht. Danke Herr, dass ich bin wie ich bin, Du nimmst mich so an und ich bin WERTVOLL in Deinen Augen… und was Dir nicht gefällt, da verändere mich !

 

Nicht zu fassen, wieviel Leben in zwei Wochen passt

Endlich mal wieder ein stiller Sonntag, ohne Termin (außer wählen natürlich)

Ein Blick in mein Geschreibsel-Buch sagt mir: letzter Eintrag am 29.02.2016

Wow…

  • wir waren also im Schwarzwald, hatten einen schönen Tag bei der 60er – Feier
  • nach Übernachtung und gemütlichem Frühstück, netten Gesprächen sind wir ganz entspannt über das Kinzigtal zurück gefahren – vorbei an blühenden rosa, gelbe, weissen Bäumen, Osterglocken, Primeln, herrlich grünen Wiesen und all das unter einem blauen Himmel und Sonnenschein

Zwischen dem ganz normalen Alltagsgedöns und meiner Arbeit in der Arche gab´s Unternehmungen von arbeitsreich bis spinnert… 

  • da war die Fahrt auf die schwäbische Alb nach Münsingen – ein wunderschöner Buchladen dort hat verschüttete Träume in mir wieder zum Vorschein gebracht. Den mußte ich unbedingt meiner Schwester zeigen. Bei Butterbrezel und Kaffee haben wir unseren Spinnereien freien Lauf gelassen.
  • bei einem entspannten Spaziergang durch den Schloßpark habe ich all die Träume, Gedanken und Spinnereien meinem Gott gesagt. Anschließend führte mich der Weg durch´s Städtle und da gab es tatsächlich ein Ladengeschäft zu vermieten….
  • nach verschiedenen Telefonaten, trafen sich drei „Frauen mit Vision“ auf einen Cocktail im Maximilian um weiter zu träumen.
  • da gab´s ein Anruf beim Immobilienmakler und HEUTE 17:30 haben wir einen Termin um das Ladengeschäft zu besichtigen…. obwohl wir wissen: es ist „eigentlich“ zu teuer.
  • dann gab es noch die Fahrt nach Messtetten – dort gibt es ebenfalls einen tollen christl. Buchladen mit Platz zum klönen und Käffchen trinken samt wunderschönen Dek oartikeln – einfach klasse. Bei einem informativen Gespräch schwankten wir zwischen: DAS SCHAFFEN WIR  und  DAS IST ALLES NE NUMMER ZU GROSS FÜR UNS
  • jetzt gibt es die Idee einen Verein zu gründen – das Treffen wird am kommenden Donnerstag sein. Leute aus verschiedenen Kirchen in Laupheim, die wie wir den Gedanken haben: gemeinsam sind wir stark !
  • zwischen all den aufregenden Dingen gibt es in der Nachbarschaft die Baustelle von Tochter und Schwiegersohn – und wenn ich schon nicht im Baudreck wühle, so konnte ich doch mit Manschaftskochen behilflich sein.

Tatsächlich – so viel Leben passt in 15 Tage

Männertag

Gestern habe ich im Burrenhaus (ein Seminar – und Gästehaus) bei Biberach mitgeholfen eine Schar von 30 Männern zu versorgen.

In den Pausen zwischen Mittagessen, Kaffezeit und Abendessen wollte ich irgendwann die Zeit nutzen und in  dieser idylischen Gegend einen Spaziergang machen um nach Kräutern Ausschau zu halten – weit gefehlt…                                                                                                                                                                         Ich kam nach dem Frühstück an  –  erstmal die Tassen in die Spülmaschine – auf dem wunderschönen dunkelgrauen Teppich die  vielen Krümel des Butterbrezelvernichtungsevent beseitigen – jetzt schauen was das Mittagessen macht – passt – alles vorbereitet in Speisewärmer – Servietten falten – Tische neu eindecken – Kerzen anzünden (ja… sie sollen es schön haben, die Männer)

Mittagessen – die Herren der Schöpfung kommen zum essen – wir (Susanne und ich) machen auch ne kleine Pause – dann Mittagessen verräumen – Spülmaschine anwerfen –  riesige Töpfe und Behälter spülen – abtrocknen – verräumen – Kaffee schnurren lassen  – die Herren kommen von einem Spaziergang – sollen nun wieder zum nächsten Vortrag bis zur Kaffeepause – von wegen….

sie rufen jetzt nach Kaffee… Stehkaffee ! – also Kaffee raus geben – wieder welchen aufsetzten – Tassen wieder in die Spülmaschine –  Tische für Kaffee und Kuchen neu eindecken – Kerzen anzünden – noch schnell Kuchen vorbereiten .

Sie sind schon wieder im Anmarsch zur Kaffeepause – wir zwei Damen genemigen uns auch ein Tässchen, beobachten in Susannes wunderschönem Esszimmer die Vogelschar draussen und reden und reden und reden……  ups, höchste Zeit – das Kaffeegeschirr abräumen  –  spülen – Tische abputzen – Servitten falten –  für´s Abendessen neu eindecken – Brot schneiden – Vesperplatten richten – Kaffee bereitstellen – wir sind noch nicht richtig fertig und schon stehen diese männlichen Prachtexemplare bereit

und freuen sich auf´s Abendessen. Wir stehen in der Küche, lachen und kommen uns vor, wie bei der Fütterung der Raubtiere…. grins …. die Kerle essen den ganzen Tag – wo bringen sie das nur unter?

Ein Blick auf die Uhr: es ist tatsächlich schon 19Uhr, wie schnell die Zeit vergeht – war wohl nix mit Kräuterkunde … aber:

  • Es war ein schöner Tag
  • Es hat Freude gemacht, diese Schar von Männern zusammen zu  sehen, wie sie reden, debattieren und lachen
  • Es hat Freude gemacht, mitzuhelfen, ihnen einige schöne, entspannte Stunden zu ermöglichen.